Die Bewerbungsunterlagen

Bewerbungsunterlagen sind Ihre Visitenkarte

Egal ob als Datei oder althergebracht auf Papier, Ihre Bewerbungsunterlagen sind immer das Erste, was ein Personalentscheider von Ihnen wahrnimmt. Noch bevor der Blick ins Innere fällt, erhalten Sie in dem Moment Ihre erste intuitive Bewertung.

BewerbungsunterlagenEine erste Bewertung ist nicht unwichtig. Menschen neigen dazu, nach Bestätigungen ihrer ersten, spontanen Einschätzung zu suchen. Das ist wohl noch ein Erbe aus unserer Urzeit, als vom ersten Eindruck, Freund oder Feind, Gefahr oder Sicherheit, mitunter das eigene Leben abhing.

Ist der erste Eindruck also positiv, wird der Betrachter für die Wahrnehmung weiterer positiver Aspekte sensibilisiert. Leider funktioniert das auch anders herum. Landet man gleich in der „negativen Schublade“, richtet sich die Aufmerksamkeit verstärkt darauf, weitere negative Fundstücke zu entdecken. Und “wer suchet, der findet“, heißt es ja.

Was also könnte an Bewerbungsunterlagen negative Eindrücke erzeugen, die es zu vermeiden gilt? Und wie könnte man es besser machen?

Hier eine Zusammenstellung:


Ein Sammelsurium von Dateianhängen, die die Personalsachbearbeiter mühsam alle einzeln herunterladen müssen.

Sie haben sich offenbar die Arbeit erspart, nach einer Möglichkeit zu suchen, die Anhänge Ihrer Bewerbungsunterlagen zu einer einzigen Bewerbungsdatei zusammenzufassen (wie man so etwas machen kann, erfahren Sie später, wenn es um die Online-Bewerbungen geht) und bereiten dadurch den Sachbearbeitern umso mehr Arbeit.

Das kommt gar nicht gut an. Bedenken Sie: Sie sind nicht der einzige Bewerber. Solche Arbeiten häufen sich an und werden zu einer echten Last für die Bearbeiter. Alles, was Sie tun können, um den Umgang mit Ihren Bewerbungsunterlagen zu erleichtern, wäre daher ein Pluspunkt für Sie.

Unvollständige Bewerbungsunterlagen, Kurzbewerbung auf Ausschreibung mit Anforderung vollständiger Bewerbungsunterlagen.

Wenn es Ihnen schon zu viel Arbeit zu sein scheint, vollständige Bewerbungsunterlagen zu erstellen, was soll Ihr Wunscharbeitgeber dann von Ihnen in einem möglichen Arbeitsverhältnis erwarten?

Außerdem bereitet es Aufwand, fehlende Unterlagen nachzufordern. Sind genug andere, vollständige Bewerbungsunterlagen eingegangen, erhalten diese möglicherweise den Vortritt.

Scheuen Sie also keinen Aufwand, ordentliche, wirklich vollständige Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen.


 Übermäßig pompöse Bewerbungsunterlagen

„Vollständige Bewerbungsunterlagen“ heißt auf der anderen Seite jedoch nicht, dass sie so viel wie möglich hineinquetschen sollen. Wenn Bewerbungsunterlagen mit viel „Ballast-Anlagen“ angereichert sind, kann das den Verdacht wecken, dass Sie damit etwas weniger Schmeichelhaftes in den Hintergrund drängen möchten. Überlegen Sie genau, was wirklich nötig ist. Natürlich sind das als Basis alle Arbeitszeugnisse, Berufsabschlüsse und Ihr Schulabschlusszeugnis, Lebenslauf und Bewerbungsschreiben. Aber alle weiteren Unterlagen sollten einen Bezug zur Tätigkeit oder dessen Anforderungen haben, um die Sie sich bewerben. Auch sind nur die Abschlusszertifikate relevant, keine Sammlung aller Universitäts-“Scheine“oder ganze Weiterbildungsskripten. Wenn Sie auf besondere Inhalte einer Tätigkeit oder einer Qualifikationsmaßnahme aufmerksam machen wollen, reichen dafür zwei oder drei Sätze an der entsprechenden Stelle im Lebenslauf aus.


Häufung von Rechtschreibfehlern in den Bewerbungsunterlagen

Das ist der absolute Klassiker. Natürlich ist niemand perfekt. Und Sie werden ganz sicher auch in meinem Text hie und da den einen oder anderen Fehler finden. Aber Bewerbungsunterlagen sind etwas Anderes, etwas ganz Besonderes. Etwas, wovon man erwartet, dass sie mit ganz besonderer Sorgfalt erstellt werden.
Und der zu schreibende Text hält sich ja auch sehr in Grenzen. Ein Anschreiben von zumeist nicht mehr als einer Seite und ein Lebenslauf, der mehr aus Tabellenstruktur, als aus Fließtext besteht. Da sollte es möglich sein, den wenigen Text Ihrer Bewerbungsunterlagen ganz genau zu prüfen und bei Unsicherheiten – z.B. im Internet – nach den richtigen Schreibweisen zu suchen. Ein automatisches Rechtschreibprüfprogramm mit den bekannten roten Unterkringelungen reicht dafür nicht aus.

Mein Rat:

  1. Drucken Sie sich Ihre Bewerbungsunterlagen aus und lesen Sie sie auf Papier Korrektur. Warum auch immer es so ist, aber auf Papier findet man Fehler viel leichter, als auf dem Monitor.
  2. Lassen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen gegenlesen, z.B. von einem Verwandten, Freund oder Bekannten, dessen gute Rechtschreibkenntnisse Ihnen bekannt sind. Vielleicht bekommen Sei dabei auch noch Tipps, wie Sie Formulierungen verbessern können.

Bewerbungsfoto

Ein Foto darf von Bewerbern aufgrund des Antidiskriminierungsgesetzes in den Bewerbungsunterlagen nicht mehr gefordert werden. Aber es ist auch nicht verboten, wenn der Bewerber dennoch ein Bewerbungsfoto in den Bewerbungsunterlagen verwendet. Ich persönlich würde es auf jeden Fall tun. Warum ein wirklich gutes Bewerbungsfoto eine starke, positive Wirkung haben kann, führe ich noch im Zusammenhang mit dem Lebenslauf aus, in welchen das Foto meist eingebunden wird. Hier sei erst einmal davor gewarnt, ein minderwertiges Bewerbungsfoto in den Bewerbungsunterlagen zu verwenden, sei es ein „Selfie“, ein Freizeit-Schnappschuss oder ein Automatenbild. In früheren Zeiten, als noch auf Fotopapier entwickelte „Photographien“ von Fotografen gekauft werden mussten, konnte es sehr teuer werden, wenn es nötig war, viele Bewerbungen zu verschicken. Heute beschränken sich die Kosten auf die - möglichst professionelle - Aufnahme. Die Fotodateien können Sie dann ja beliebig häufig verwenden.

Aber nicht nur minderwertige Bewerbungsfotos erzeugen in den Bewerbungsunterlagen einen ungünstigen Eindruck. Auch übergroße Selbstdarstellungen können als unangemessen, eventuell sogar als aufdringlich empfunden werden. Das gilt jedoch nicht, wenn Sie sich um eine Tätigkeit bewerben, wo es ausdrücklich darum geht, sich optisch in Szene zu setzen, also z.B. als Fotomodell.

Die treffendste Bezeichnung für ein ordentliches Bewerbungsfoto ist daher „angemessen“ - angemessen für die Tätigkeit, um die Sie sich bewerben wollen.

 

Was dann noch den Unterschied zwischen einem „ordentlichen“ und einem „Top“-Bewerbungsbild ausmacht, erfahren Sie - wie ja schon angedeutet – im weiteren Verlauf dieser Ratgeberseite.


Dekorative Farben, Layouts und Verzierungen der Bewerbungsunterlagen

sind nicht generell gut oder schlecht. Auch hier gilt: gut ist, was der Tätigkeit, um die Sie sich bewerben, angemessen ist. Für kreative Tätigkeiten können Sie hier Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Für nicht kreative Tätigkeiten sollten Sie von solchen Ausschmückungen besser absehen. Etwas Farbe, z.B. für den Tabellen-Stil darf natürlich sein, wobei dunkles Blau und unbunte Grautöne am seriösesten wirken.


Unruhiges Schriftbild in den Bewerbungsunterlagen

Spielen Sie nicht zu sehr mit verschiedenen Textformatierungen. Fett gesetzte, vergrößerte, unterstrichene oder farbige Schriften (insbesondere rot) wirken aggressiv. Zurückhaltung und ein ruhiges Schriftbild kommen zumeist besser an. Im Web werden derzeit dunkelgraue Schriften als besonders angenehm empfunden. Für eine Bewerbung wäre eine solche Schriftfarbe denkbar. Aber probieren Sie es aus und betrachten Sie sich das Resultat kritisch. Ist das Grau zu hell, leidet zumindest die Lesbarkeit.


Fazit

Wichtig in den Bewerbungsunterlagen ist ein sowohl im Detail als auch im Gesamtbild hochwertiger Eindruck. Was sich optisch positiv abhebt, verführt unterbewusst dazu, auf einen sich ebenfalls positiv abhebenden Inhalt zu schließen. Doch “abheben” allein ist noch lange nicht “positiv”. Bei Übertreibung kann das Gesamtbild als ”protzig” in die gegenteilige Wertung abrutschen. Hier ist Ihr Fingerspitzengefühl gefragt.


>> Das Bewerbungsschreiben


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Mehr Infos zum Thema Bewerbungsunterlagen gibt’s hier

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