Bewerbungs-Alternative Zeitarbeit?

Bewerbung Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung, LeiharbeitZeitarbeit, auch Leiharbeit oder gesetzlich "Arbeitnehmerüberlassung" genannt, hat sich trotz vieler Widerstände in der Arbeitswelt etabliert.

Aus Sicht der entleihenden Unternehmen liegt der Vorteil der Zeitarbeit unter anderem darin, vorübergehende personelle Engpässe mit Hilfe der Arbeitnehmerüberlassung flexibel überbrücken zu können ohne den eigenen Personalstamm dauerhaft aufstocken und dadurch künftige Überkapazitäten in Kauf nehmen zu müssen.

Bei Arbeitnehmern erfreut sich die Leiharbeit hingegen keines so guten Ansehens. Wird man doch in der Arbeitnehmerüberlassung von einem Einsatz zum anderen geschickt und verdient dabei angeblich weniger als die Stammmitarbeiter des Entleihers.

Dabei hat sich inzwischen einiges im Vergleich zu früheren Zeiten geändert. So müssen Zeitarbeitsfirmen ihren Leiharbeitnehmern schon seit dem Jahr 2004 während ihrer Arbeitnehmerüberlassung die im Kundenbetrieb geltenden wesentlichen Arbeitsbedingungen eines vergleichbaren Stammmitarbeiters gewähren („Equal Payment“ / „Equal Treatment“). Davon befreit waren die Zeitarbeitsfirmen nur dann, wenn sie die Leiharbeitnehmer nach einem gültigen Tarifvertrag vergüteten. Seit dem 01.04.2017 muss trotz einer tariflichen Vergütung die Gleichstellung von Leiharbeitnehmern spätestens nach 9 Monaten der individuellen Arbeitnehmerüberlassung erreicht sein.

Gleiche Vergütung und gleiche wesentlichen Arbeitsbedingungen wie ein Stammmitarbeiter, das klingt doch für die Arbeitnehmerüberlassung erst einmal gar nicht so schlecht. Es fragt sich nur, was ein Stammmitarbeiter der Entleihfirma dazu sagt, dass ein Leiharbeitnehmer, der die gleiche Arbeit wie er macht, schon nach wenigen Monaten seines Einsatzes in der Zeitarbeit das gleiche Gehalt bezieht wie er, der schon seit Jahren dabei ist und dessen Gehalt sich erst mit den Jahren der Betriebszugehörigkeit entwickelt hat.

Bleibt noch die Unbequemlichkeit der wechselnden Einsätze in der Arbeitnehmerüberlassung. Die zeitliche Befristung von Leiharbeitseinsätzen ist gesetzlich vorgegeben. Die Befristung soll bewirkten, dass der Leiharbeitnehmer bei einem dauerhaften Personalbedarf in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen wird, anstatt ihn dauerhaft über die Zeitarbeitsfirma zu leihen.

Natürlich ist es angenehmer, dauerhaft eine gleichbleibende Beschäftigung auszuüben ohne sich in der Arbeitnehmerüberlassung immer wieder in neue Anforderungen einarbeiten und sich immer wieder in neue Kollegenkreise einfinden zu müssen.

Für jemanden, der mit einem gutem Job fest im Berufsleben steht, wird Arbeitnehmerüberlassung daher in der Regel keine Option sein.

Aber wie sieht es aus, wenn man arbeitslos ist oder aus anderen Gründen nicht ohne weiteres eine (neue) Stelle findet?

In der Zeitarbeit gibt es „erniedrigte Eintrittshürden“, d.h. man bekommt in der Arbeitnehmerüberlassung im Allgemeinen leichter eine Anstellung, als auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Erst einmal im Job, erhöhen sich zumeist auch die Bewerbungs-Chancen im ersten Arbeitsmarkt, für den man aus einer Langzeitarbeitslosigkeit heraus wenig attraktiv ist.

Auch wenn es keine Aussicht auf eine direkte Übernahme aus einem Leiharbeitseinsatz gibt, bekommt man dabei allemal mehr Geld, als von der Agentur für Arbeit und könnte sich ohne drohende Herunterstufung in die Grundsicherung („Hartz4“) aus der Leiharbeit heraus weiter um seinen Traumjob bewerben.

Ob Zeitarbeit eine Alternative für Sie sein könnte, müssen Sie für sich selbst entscheiden. Ich jedenfalls habe so einige Lebensläufe erlebt, die über den Weg der Zeitarbeit einen Einstieg in feste Beschäftigungsverhältnisse gefunden haben.


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