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Es bleibt die Tatsache, daß Firmen zunehmend auf die Vorauswahl durch unzulängliche Telefoninterviews setzen. Wie sollten sie damit umgehen?
1.) Überlegen Sie sich gut, ob ein eigeninitiativer Anruf während des laufenden Massenauswahlverfahrens für Sie wirklich einen Vorteil bringt. Solche Anrufe lassen Sie eher als Störenfried wirken und bringen in der Regel keinerlei Vorteile, auch wenn Ihnen Bewerbungsratgeber oder amtliche Stellenvermittler ebenso beharrlich wie gutmeinend und unwissend zum Gegenteil raten.
2.) Ist Ihr Anruf hingegen erwünscht oder gefordert, wird er mit der gleichen Konsequenz wie ein Vorstellungsgespräch gewertet. Sie sollten also mindestens so gut, wie zu einem Vorstellungsgespräch vorbereitet sein. Unsere Tipps zum Vorstellungesgespräch greifen hier allerdings nur wenig, da Sie nur wenig Kanäle zur Verfügung haben auf denen Sie positive Signale senden können.
Was also haben Sie am Telefon zur Verfügung?
Ihre Daten und Fakten, Ihre Sprache und Ihre Stimme
Und in genau umgekehrter Reihenfolge nehmen Sie Einfluß auf Ihren Geprächspartner!
Die oberste Regel am Telefon heißt daher: Erzeugen Sie eine sympathische Stimme, d.h. lächeln Sie mit Ihrer Stimme!
Aber wie soll das gehen, nur mit der Stimme lächeln?? Ganz einfach: indem Sie tatsächlich beim Telefongespräch lächeln! Profis im Telefonverkauf üben dies bei echten Telefonaten vor einem Spiegel, in welchem sie sich während des Telefongespräches selbst beobachten und kontrollieren. Durch diese Technik werden Sie allerdings nur sicher, wenn Sie es vor dem Ernstfall schon mehrfach erfolgreich geübt haben. Wenn Ihnen das zu viel Aufwand scheint, sollten Sie sich wenigstens so positiv wie möglich auf das Gespräch einstimmen. Wenn Sie den Vornamen des Gesprächspartners z.B. aus der Stellenanzeige kennen, dann stimmen Sie sich so darauf ein, als ob Sie eine(n) gute(n) Bekannte(n) anrufen (im Geiste: jetzt ruf ich beim Jürgen / bei Martina an, ich freu mich riesig darauf!). Die positive Programmierung Ihres Unterbewußtseins kann Ihnen helfen, eine glaubhaft sympathieausstrahlende, motivierte Stimmlage zu schaffen. Und welche entscheidende Bedeutung die Sympathie im Auswahlverfahren hat, können Sie auf unseren Seiten zum Vorstellungsgespräch lesen.
Neben der sympathischen und motivierten Stimme spielt auch Ihre Sprache eine entscheidene Rolle. Sprechen Sie am Telefon fest, aber nicht laut, eher etwas langsamer, mit etwas abgesenkter Stimmlage, aber mit lebhafter Betonung und Ausdruck. Sprechen Sie nicht direkt in das Telefon, sonder halten Sie die Sprechmuschel, den Mikrofoneingang, etwas unterhalb Ihres Kinns - Ihre Sprache kommt dadurch deutlich wohlklingender beim Gesprächspartner an. Wenn Sie ein kabelloses Telefon besitzen, stehen Sie beim telefonieren auf und laufen Sie während des Gesprächs auf und ab. Ihre Denken wird dadurch aktiviert und Ihre Sprache spürbar lebendiger und variantenreicher. Zeichnen Sie zur Übung gespielte Telefongespräche auf einem Tonband auf und hören Sie sich anschließen selber an. Sie werden zunächst überrascht sein, wie wenig gut Sie klingen - wetten daß!? Mit ein wenig Übung und Tonbandkontrolle werden Sie aber auch sehr schnell wesentliche Verbesserungen erleben.
Als dritter Punkt bleiben die Inhalte. Bereiten Sie sich sofort nach dem Abschicken Ihrer Bewerbungsunterlagen argumentativ auf ein Vorstellungsgespräch vor, als würde es bereits morgen stattfinden. Spielen Sie typische Fragen und Ihre persönlichen Antworten in Rollenspielen mit Ihrem Partner oder mit guten Bekannten durch. Wichtig ist, daß Sie Ihre Antworten schon möglichst oft wirklich ausgesprochen und frei formuliert haben, damit Sie später in der Überraschungssituation am Telefon nicht nach Worten ringen müssen und überzeugen klingen. Auch hierbei helft Ihnen Tonbandaufzeichnungen sehr. Lassen Sie sich auch von Ihren Spielpartnern kritisieren und nehmen Sie die Verbesserungsvorschläge an. Es kann für Sie nur von Vorteil sein. |